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Rio Reiser Fest 2018 in Unna

Am 18.08.2018 verschlug es mich einmal wieder nach Unna. Dort fand das Rio Reiser Fest statt, in dessen Rahmen auch die Verleihung des Rio Reiser Songpreises 2018 stattfand.

Den Rio Reiser – Songpreis gibt es seit 1998. Dafür bewerben können sich deutschsprachige Musiker und Bands, die noch nicht unter Vertrag stehen. Der Preis wird von einer Fachjury vergeben.

Als ich mittags zum „Platz der Kulturen“ kam, fand gerade der Soundcheck von Stefan Jürgens statt.  Das war schon sehr interessant, und gab einen kleinen Ausblick auf das, was die Zuschauer abends erwarten würde.

Zum eigentlichen Fest kam ich dann, als die Berliner Band „Kicker Dibs“ (https://www.kickerdibs.de/), die einer der Acts des Abends waren, gerade spielten. Es sind 3 sehr sympathische Jungs, die für mich leider viel zu wenig Resonanz vom bis dahin noch sehr überschaubarem Publikum bekamen. Es ist deutschsprachige Rockmusik und die Jungs verstehen ihr Handwerk und agieren toll mit dem Publikum. Die Jungs gehen nächstes Jahr auf Tour, wer Deutschrock mag, sollte bei ihnen einmal reinhören.

Dann kamen die drei Finalisten des Rio Reiser Songpreises. Als erstes trat der Wuppertaler Florian Franke (https://www.florian-franke.com/)  auf. Er wurde als Multiinstrumentalist angekündigt. Bei den drei Songs, die stilmäßig in die Riege der deutschsprachigen Sänger wie Tim Bendzko passt, hat er Klavier und Gitarre gespielt. Er ist bereits als Support bei Philipp Dittberner aufgetreten und erzählte zwischen den einzelnen Songs ein paar nette Anekdoten. Die Texte waren sehr gut, mein Musikgeschmack war es nicht. Dennoch für Fans deutschsprachiger Singer/Songwriter eine Empfehlung.

Flinte (c) Mic
Flinte (c) Mic

 

Als zweiter Finalist kam die Berliner Band „Flinte“ (https://www.facebook.com/flintemusik/), die schnell mein persönlicher Favorit wurde. Sie machen deutschsprachigen Pop/Rock und ich wurde sofort von der einzigartigen Stimme von Sängerin Flinte eingenommen. Dazu kamen tolle Texte, die mich direkt ansprachen. Hier war die Reaktion des Publikums schon etwas besser, wenn ich mir auch für alle drei Finalisten ein größeres und begeisterteres Publikum gewünscht hätte. Die Band hatte im Gepäck auch den Song „Rio“, der dem Sänger Rio Reiser gewidmet ist und damit natürlich perfekt zum Songpreis passt. Im kommenden Frühjahr kommt ein neues Album heraus, und das werde ich auf jeden Fall im Auge behalten. „Flinte“ spielten 4 Songs. Ich habe die Facebook-Seite der Band direkt geliked und bin gespannt auf ehr.

Die dritte Finalistin war „Die Nowak“. (https://www.facebook.com/dienowak/). Die Sängerin macht nach eigenen Angaben schon immer Musik, und „Die Nowak“ ist ihr erstes Solo-Projekt. Hier haben wir eine auch sehr einprägsame Stimme und ein tolles Klavierspiel, das von zart bis kräftig je nach Song alle Spielarten abdeckt. Auch hier gab es Texte, die wirklich eine Bedeutung haben. Ich selber fand das Klavierspiel sehr berührend und sie unterstreicht damit perfekt die Botschaft ihrer Songs. Auch sie spielte 4 Songs.

Nachdem die drei Finalisten ihre Auftritte beendet haben, wurde der Preis, den eine Fachjury vergeben hat und der mit 3.500,00 EUR dotiert ist. Überreicht wurde der Preis von Peter Möbius, dem Bruder Rios Reisers. Mein persönlicher Favorit „Flinte“ wurde leider nur Dritter. Gewonnen hat den Preis in diesem Jahr „Die Nowak“.

Dann wurde der geborene Unnaer Stefan Jürgens angekündigt – diesmal gleich doppelt, da er erst mit dem „Stefan Jürgens Trio“ auftrat und dann noch zusammen mit „Voices of Town“, einer Gruppe Musiker aus Unna um Gitarrist Tom Quast.

Zunächst kam aber das Stefan Jürgens mit Ralf Kiwit und Andy Cutic in altbewährter Besetzung auf die Bühne. DA das Publikum sich im hinteren Bereich des Platzes und nicht vor der Bühne befand, rief Stefan Jürgens die Leute dazu auf näher zu kommen: „Ich beiße nicht!“ Und die Leute folgten seinem Aufruf.

 Die drei Musiker spielten sieben Songs, die auch während der letzten Tour zum Repertoire gehörten. Dazu gehörten „Noch immer ich“, „Regenmacher“ und „Deine Feuer“. Wenn man die Tour besucht hat, kannte man die ein oder andere Anmoderation, wobei es hier oft mehr den Lokalbezug zu Unna gab – es handelt sich eben um Songs aus Stefan Jürgens‘ Leben, und das fand früher in Unna statt. Beim letzten Song „Geld“ gab es ein kurzfristiges Technik-Problem, dass schnell behoben war.

Dann kamen zusätzlich die Musiker von „Voices of Town“ auf die Bühne. Jetzt wurden in der großen Besetzung mit „Leben bizarr“ und „Ich fühl alles“ noch einmal zwei eigene Songs von Stefan Jürgens gespielt, bevor dem unvergessenen Rio Reiser mit Coverversionen seiner Songs gedacht wurde.

Zunächst wurde die Bühne aber schwarz und man hörte nur die markante Stimme Stefan Jürgens, der einen von Rio Reiser geschriebenen Text vorlas. Dann wurde er angeleuchtet und sang als erstes „Zauberland“ am Klavier und mit leisen ruhigen Tönen des Stefan Jürgens Trios. Rockiger ging es dann in der großen Besetzung mit „Voices of Town“ weiter mit „Alles Lüge“. Es folgten „Lass uns ein Wunder sein“ und „Blinder Passagier“.

Hier folgte wieder ein kleiner gelesener Text und dann – auch wenn alle Rio Reiser-Songs fantastisch interpretiert wurde – mein Favorit „Ich bin müde“.

Stefan Jürgens (c) Mic
Stefan Jürgens (c) Mic

„Schritt für Schritt ins Paradies“ spielte Stefan Jürgens wieder am Klavier und wurde stimmlich von Elfi Richarz unterstützt. Beim folgenden Song „Menschenfresser“ kam dann als Sänger auch „Mad Andy“ Koch zum Zuge.

Nach einer weiteren Textlesung kam der Song „Halt dich an deiner Liebe fest“, bevor sich die Musiker verneigten und sich verabschieden wollten. Doch das Publikum wollte eine Zugabe. Es wurde zwar nicht der lautstark gewünscht Song „Junimond“ gespielt, aber mit „Für immer und dich“ fand das fantastische Konzert einen wunderschönen Abschluss.

Ich kann dieses jährlich stattfindende Fest nur empfehlen, und würde mir sehr wünschen, dass auch bei den Auftritten der Finalisten des Songpreises ein größeres Publikum vor Ort wäre. Das hätten die Musiker wirklich verdient. Auf jeden Fall war es ein toller Abend, der mich auch gerade mit den Covern der Rio Reiser-Songs begeistert hat. Ich werde im nächste Jahr sicher wieder auf die Veranstaltung achten und sie wenn möglich gerne wieder besuchen.

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