Am 23.03.2018 gab es nach einiger Zeit wieder ein Konzert von Stefan Jürgens. Diesmal in der Alten Kirche in Nettetal Lobberich. Eine wunderschöne gotische Kirche mit einer barocken Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert. Das Konzert fand im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des KdW (Kulturkreis der Wirtschaft im Nettetal e.V.) statt, die in der Zeit 180 Veranstaltungen organisiert haben. Fotografieren war nicht erlaubt, aber der Fotograf Herbert Bräutigam, der für den KdW Bilder machte, hat mir freundlicherweise Fotos für den Artikel zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Vor dem Konzert erzählte ein Mitglied des Vorstands des KdW ein wenig über die Veranstaltungsreihe, die zum Jubiläum geplant wurde. Nachdem es als Auftakt „das Beste von Udo Jürgens“ geboten wurde, habe man heute einen Original-Jürgens zu bieten – Stefan Jürgens.

Und dann begann auch schon das Konzert. Stefan Jürgen, der aktuell mit dem Stück „Der rechte Auserwählte“ in Hamburg Theater spielt, wurde wie schon bei seiner letzten Tour von Ralf Kiwit und Andy Cutic begleitet, die als erstes die Bühne betraten, die in farblich immer wechselndes Licht getaucht wurde. Dann betrat auch Stefan Jürgens die Bühne mit den Worten „Was für eine Kulisse!“ Gekleidet in Jeans und Lederjacke, die im Moment recht langen Haare zum Zopf gebunden, startete das Trio mit dem Song „Noch immer ich“ und schlossen direkt „Nicht eine Sekunde“ an. Schon bei den beiden Songs war die unglaublich gute Akustik in der Kirche nicht zu überhören, und das Publikum schien bereits sehr angetan zu sein.

Weiter ging es mit einer kurzen Erklärung zum nächsten Song „St. Jordi“ und dann ebenfalls mit einer kurzen Geschichte zum Song „Gewinner“, dessen Botschaft Stefan Jürgens als „Mantra für mich selbst“ bezeichnete. Zwischendurch erzählte er, dass er wegen einer Erkältung angeschlagen sei. „Ich bin ein medizinisches Wunder“ – aber er ließ sich davon offenbar nicht abhalten, ein großartiges Konzert zu geben.

Vor dem nächsten Song wurden dann die beiden Musiker vorgestellt, und Stefan Jürgens erzählte, dass er etwas erkältet sei. Er kündigte einen Querschnitt durch die letzten 3 – 4 Alben an, und erklärte, warum er den Titel „Grenzenlos Mensch“ gewählt hatte. Er sprach dabei auch deutlich die aktuelle politische Situation in Europa und Deutschland an und seine Hoffnung, dass die Mehrheit er Menschen ihre „Herzen nicht erkalten lassen“. Während es Intros von „So nah“ erklärte er, während er an seinen In-Ears hantierte, dass er noch etwas mit der Technik hadere.

Vor dem nächsten Song erzählte er, dass er in Österreich an dieser Stelle immer gefragt habe, ob heute jemand Geburtstag habe, es sich aber nie jemand gemeldet habe. Heute wisse er aber, dass jemand Geburtstag habe, und deshalb „Ist dieser Song stellvertretend für dich, Sabine“ – „Ich wünsche dir“.

Mit seiner Geschichte über Freunde und Menschen, mit denen man eher nicht besonders gerne zu tun hat, ging es weiter. E gäbe Menschen, für die sei das Glas halb voll, für andere halb leer und für andere habe immer jemand anderer das Glas ausgetrunken. Es komme immer darauf an, was man auch selber an Energie abgäbe. Und er nenne diese Energiefresser – wie den gleichnamigen Song – Regenmacher.

„Grenzenlos Mensch“ wurde durch seine Kindheitserinnerung an seinen ersten Urlaub ohne Eltern eingeleitet und es folgte als letzter Song vor der Pause „Geld“.

Nach der etwas halbstündigen Pause, in der sich viele Besucher als begeistert und besonders von den Texten angetan zeigten, ging es, nach einer Geschichte zur Entstehung des Songs mit „Leben bizarr“ weiter. Hier wurde zum Ende hin der Song schneller und kraftvoller – was wohl auch ein Plakat an er Wand so empfand, dass sich entschloss, sanft zu Boden zu segeln.

Beim nächsten Song „Deine Feuer“ wurde das Publikum zum Mitklatschen aufgefordert. Und das Publikum machte gerne mit. Der Wunsch, gerne den Überblick zu haben und gerne zu wissen, was auf einen zukommt, leitete zum Song „Fliegen können“ über.

Dann gab es wieder eine längere Erzählung zu Stefan Jürgen erstem Handy, dass er in einem Ski-Urlaub verloren hatte. Er erklärte, er komme aus dem Ruhrgebiet und habe daher nie Skifahren gelernt, da es dort keine Berge gegeben habe. Das würde man im Nettetal doch auch kennen. „Wo fahrt ihr als Nächstes hin zum Skifahren? Nach Holland?“ Damit erntete er einige Lacher, und auch die Antwort, dass man in die Skihalle Neuss fahren könne, die ihm wohl noch unbekannt war. Nach einem Versprecher schob er die Schuld auf das von Ralf Kiwit verbreichte Aspirin – der Grund lag aber wohl eher an der Erkältung. Die Geschichte führte zum Wunsch, auch mal nicht dauerhaft erreichbar zu sein und auch mal Ruhe zu finden und damit zum Song „Zu Haus“.

„Unsere Zeit“ schloss sich an und der wunderbare Song „Engel“, nach dem sich Stefan Jürgens bei allen Mitwirkenden bedankte und das Trio sich verabschiedete. Das Publikum applaudierte so lange, bis die drei Musiker wieder für die Zugabe auf die Bühne kamen. Zunächst gab es den Song „Ich fühl alles“ – als einziger Song stehend vorgetragen. Man merkte nun auch ein wenig an der Stimme ein wenig, dass die Erkältung ihm zu schaffen machte. Vor dem letzten Song erhielten die drei Musiker ein Geschenk überreicht. Ralf Kiwit und Andy Cutic überließen nun Stefan Jürgens die Bühne alleine. „Zu euch komme ich wieder“ sagte er und verabschiedete sich nach dem Song „Ich wüsste nichts besser ohne dich“.

Nach dem Konzert gab es die Möglichkeit, seine beiden aktuellsten Alben und die Live-DVD zu erwerben. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit ließ es sich Stefan Jürgens nicht nehmen, noch Autogramme zu schreiben.

Als Fazit kann ich nur sagen: Es war ein tolles Konzert, mit einem Musiker, der trotz Erkältung eine fantastische Leistung erbrachte, und eine wunderbare Location, die ich für den Zuschauer/Zuhörer nur empfehlen kann. Danke an den KdW und natürlich an das Stefan Jürgens Trio für einen unvergesslichen Konzertabend!

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